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Forschung

Forschung

 

Forschung am Zentralinstitut »Anthropologie der Religion(en)« bedeutet dreierlei:

(1) Anthropologische Fragestellungen im Angesicht der eigenen Begrenztheit zu stellen und zu beantworten.

(2) Religiöse/theologische Fragestellungen im Angesicht der anderen Religionen zu stellen und zu beantworten.

(3) Anthropologische und religiöse/theologische Fragestellungen in ihrer wechselseitigen Relation zu untersuchen.

Zur Bearbeitung der drei Zugangsweisen, wird primär auf die Historische Anthropologie zurückgegriffen, die sich aus historischer, vergleichender und diskursgeschichtlicher Perspektive speist, in sich aber keine homogene Methodik darstellt und sich nicht in der historischen Perspektive erschöpft.

Historische Anthropologie wird zum einen im Sinne der Geschichtswissenschaft verstanden, die geschichtliche Erscheinungen aller Kulturen und Kulturstufen vergleicht und unterscheidend in eine möglichst universale Perspektive rückt. Dabei stehen nicht die klassischen historischen Themen (Makrogeschichte, Institutionengeschichte) im Mittelpunkt, sondern die Forschung konzentriert sich auf den historischen Menschen mittels Kultur-, Alltags- und Mikrogeschichte.

Historische Anthropologie wird aber auch in dem Sinne verstanden, wie sie an deren (historischem) Zentrum an der Freien Universität Berlin zu suchen ist, primär als ein transdisziplinäres, in sich nicht geschlossenes Forschungsprogramm, das in inhaltlicher wie methodischer Hinsicht neue Formen des Wissens schafft. Das äußert sich inhaltlich vor allem in der Beschäftigung mit Themen, wie z. B. die Seele, das Heilige, das Schöne und die Liebe, für die sich sonst in der Regel keine Fachwissenschaft zuständig fühlt und die zwar für die (europäische) Kulturgeschichte eine wichtige Rolle spiel(t)en, deren wissenschaftliche Erforschung in den etablierten Diskursen jedoch an Grenzen stößt. Methodologisch und in Abgrenzung zur Geschichtswissenschaft bedeutet dies, »von einer doppelten Geschichtlichkeit und Kulturalität ihrer Untersuchungen auszugehen« das heißt nicht nur den Gegenstand und den Standpunkt des Forschers als historisch und kulturell variabel zu betrachten, sondern explizit das Augenmerk auch auf den aktuellen Beitrag zur Selbstdeutung und zum Selbstverständnis der Gegenwart zu liefern.