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Ringvorlesung »Jüdische Welten in Franken«

Das ZAR fördert im SS 2017 die Ringvorlesung »Jüdische Welten in Franken. Einblicke und Perspektiven« der Gastprofessur für Jüdische Studien, die von den ZAR-Mitgliedern Franziska Grießer-Birnmeyer, Dr. Nadine Hamilton, Dr. Sarah Schulz und Simon Wiesgickl beim Büro für Gender und Diversity der FAU eingeworben wurde. Die Gastprofessur schließt eine an der FAU bestehende Lücke durch die Judaistin Dr. Annett Martini und dient als Scharnier zwischen Philosophischer Fakultät und Fachbereich Theologie.

Download: Juedische_Welten_in_Franken_Plakat_08

7. Interdisziplinäre Tagung des Zentralinstituts »Anthropologie der Religion(en)« vom 11. bis 13. Oktober 2017an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

»Nacktheit«

Call for Papers

Der Mensch ist der einzige Primat, der nackt ist – oder doch eher unbehaart?! Die Frage »Was ist Nacktheit?« soll im Zentrum der diesjährigen 7. Internationalen Jahrestagung des Zentralinstituts »Anthropologie der Religion(en)« stehen, denn eine suffiziente Antwort auf diese Frage fehlt bis heute. Fest steht bislang nur: Eine ›natürliche‹ Nacktheit gab und gibt es zu keiner Zeit. Das, was natürlich und nackt ist, unterliegt drei Prinzipien: (1) dem historischen Wandel von Menschenbildern, (2) sozialen Praktiken und symbolischen Formen und der (3) Geschichtlichkeit der menschlichen Existenz. Allen dreien kann der Mensch nicht entkommen und muss ihnen Rechnung tragen.

Seit den 1950er Jahren wird diskutiert, warum sich der Mensch Kleidung machte. Das biblische Buch Genesis ist hierzu eindeutig: Gott macht dem Menschen Kleidung, ja mehr noch, er zieht ihn auch noch an! In der anthropologischen Debatte werden je nach Fokus Schamgefühl, Schutz und Schmuck als Ursachen für dieses Phänomen genannt und mit wechselnden Prioritäten versehen. Doch wie weit tragen diese Alleinerklärungen?

Es wurde auch versucht, konkrete Formen der Nacktheit zu systematisieren: die Forschung spricht von funktionaler Nacktheit, wenn jemand in der Sauna nackt ist; von symbolischer Nacktheit, wenn sich jemand ausgeliefert fühlt; von kommunikativer Nacktheit als sozialer Interaktionsform; von ritueller Nacktheit bspw. in Übergangsritualen vom Kind zum Erwachsenen; idealer Nacktheit, z.B. bei Göttern oder Heroen; und schließlich von ästhetischer Nacktheit, über die man sich bei den Werken des Malers Egon Schiele streiten kann. Wohin führen diese Kategorien? Lassen sie sich problemlos anwenden? Wo stoßen sie an ihre Grenzen? Gibt es einen Unterschied zwischen Nacktheit und Unbekleidetheit? Kann man nach aktiver und passiver Nacktheit unterscheiden? Wo hört Nacktheit auf – wo fängt Kleidung an? Auf welche Seite gehören bspw. Tattoos?

»Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren«, klagt Hiob am Beginn des gleichnamigen Buches des Alten Testaments. Warum aber dann befinden sich (fast) immer Kleidung, Schmuck und Textilen in Gräbern? Oder anders gefragt: Warum werden Tote nicht nackt bestattet?

Kennt die Kunst ein besonderes Interesse am unbekleideten Körper? Ist dieses immer thematisch bedingt oder geht es auch darüber hinaus? Wie ist es zum Beispiel mit der Gattung der Aktdarstellung? Warum werden Frauengestalten öfter nackt dargestellt als Männer – oder ist dies nur ein neuzeitliches Phänomen? Und wie verhält es sich eigentlich mit den Göttern, die auch als Nackte erscheinen können? Welche Funktion besitzt Nacktheit in diesem Kontext?

Zu diesen und ähnlichen Fragen sind Beiträge aus allen Geistes- und Sozialwissenschaften willkommen. Eingereicht werden können Einzelbeiträge und Poster; auch moderierte Gruppenformate, wie Symposien, sind möglich. Aber auch künstlerische und ästhetische Zugänge zum Thema sind erwünscht, die das wissenschaftliche Umfeld bereichern sollen. Für die Konzeption der Tagung bitten wir um Zusendung eines Abstracts im Umfang von maximal einer Seite, welches den Tagungsbeitrag inhaltlich und ggf. organisatorisch beschreibt (Titel, Autorinnen und Autoren, Art des Beitrags, gewünschter Zeitrahmen, erforderliche Hilfsmittel zur Visualisierung und Realisierung), bis

  1. Juni 2017 an lan@plattform-anthropologie.de

Eine Rückmeldung zur Annahme und zur Form der Realisierung der eingereichten Beitragsidee erfolgt bis Mitte Juli! Die Auswahl der Beiträge liegt in der Verantwortung der Tagungsleitung und beauftragter Gutachterinnen und Gutachter.

Download English Version: Call for Paper Nudity